Anthologie-Veröffentlichung: Psyche mit Zukunft

Drei Exemplare der Anthologie "Psyche mit Zukunft" fächerförmig übereinandergelegt. Auf dem Cover in Orangetönen ist eine Person abgebildet, deren Gesicht sich überhalb der Nase kunstvoll aufblättert. In der Mitte dieser Aufblätterung steht der Titel "Psyche mit Zukunft". Oben links steht "Herausgegeben von Jol Rosenberg". Unten der Untertitel "Sieg über die Finsternis in mir" und das Logo des ohneohren Verlags. Unter den Büchern liegen drei Lesezeichen mit dem Buchcover, einem pastellfarbenen Regenbogen-Hintergrund und der Aufschrift "Science Fiction Mental Health Anthologie". Darum verteilt sind drei Sticker: Eine blaue Katze, ein Gehirn mit den Worten "Let's talk about mental health" und der obere Teil eines Kopfes einer Person mit Sonnenbrille und hochgebundenen Haaren, mit der Unterschrift "Mental health awareness".

Es ist soweit: Die Anthologie »Psyche mit Zukunft. Sieg über die Finsternis in mir«, herausgegeben von Jol Rosenberg, ist im Verlag ohneohren erschienen!

Mental Health (bzw. Illness) trifft auf Science Fiction – diese Anthologie ist aus einer Ausschreibung entstanden, in der Texte darüber gesucht waren, wie psychisch erkrankte Menschen in einem SF-Setting ihren Alltag meistern. Dabei ging es vor allem um hoffnungsvolle Geschichten abseits von Klischees und Vorurteilen.

Ich freue mich sehr, dass meine Kurzgeschichte »Marskinder« es in dieses tolle Buch geschafft hat. Darin geht es um Depressionen, eine liebevolle Geschwisterbeziehung und die ersten Menschen auf dem Mars, um Schwerelosigkeit und um den Wert der eigenen Erfolge, auch wenn sie im Vergleich zu denen anderer Menschen winzig erscheinen mögen.

Ein Auszug:

»Keine Simulation kann dich auf den Moment vorbereiten, an dem du die Erde nicht mehr siehst.«
Die Stimme aus dem Fernseher klingt dumpf in meinen Ohren. Die Jalousien sind halb heruntergelassen, zwischen den Ritzen ein Rest von Tageslicht. Orangefarbene Streifen auf dem Parkettboden. Ich sehe ihnen beim Wandern zu. Bald wird es dunkel sein. Meine Schulter schmerzt, und meine Blase drückt. Mein Mund ist pelzig und mein T-Shirt durchgeschwitzt von der Wärme des Sommertags. Aber ich bewege mich nicht. Raumkapsel-Seitenlage. So funktioniert das doch. Auf meiner endlosen Reise, schwerelos. Nur mein Atemgeräusch im Zimmer. Mein Atemgeräusch und die dumpfen Stimmen aus dem Fernseher.
»… überwältigender Anblick. Aber ich bin froh, dass ich nicht als Erste ausgestiegen bin. Dann hätte ich ja was Denkwürdiges sagen müssen. Und, um ehrlich zu sein, es hat mir in dem Moment völlig die Sprache verschlagen.«
Blechernes Gelächter. Die Sendung ist aufgezeichnet. Wenn sie zu Ende ist, fängt sie wieder von vorn an.
»Meine Schwester war auf dem Mars«, sage ich laut und lache heiser. Meine Stimme klingt rau. Ich benutze sie kaum noch. Es ist wie mit dem Rest meines Körpers: Manchmal fühlt es sich an, als verliere er im Liegen jegliche Existenz.

Die Anthologie ist überall erhältlich, wo es Bücher gibt, oder über folgende Links direkt beim Verlag:
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