Kategorie: Uncategorized

  • Anthologie-Veröffentlichung: Selbst nach dem Tod

    Anthologie-Veröffentlichung: Selbst nach dem Tod

    Und noch eine dritte Veröffentlichung gab es von mir Ende des letzten Jahres: Meine Kurzgeschichte Spätsommerpflaumen ist in der Anthologie Selbst nach dem Tod im Elysion Verlag erschienen.

    Schon der erste Satz der Ausschreibung hatte mich sehr inspiriert: »Gibt es Liebe, die über den Tod hinausgeht? Und will man das überhaupt?«

    Daraus ist eine auf den ersten Blick herzerwärmende Geschichte über einen älteren Mann entstanden, der regelmäßig das Grab einer Frau besucht, die er sehr geliebt hat. Hach, wie romantisch, diese über den Tod hinaus gehende Liebe. Oder? In dieser Geschichte kommt auch der Geist der Verstorbenen zu Wort und schildert das Ganze mal aus ihrer Perspektive.

    Das Buch ist als Print direkt beim Verlag und als E-Book in allen gängigen Shops erhältlich.


    Auszug:

    Zweimal die Woche kam er hierher, um Dalias Grab zu betrachten. Er trauerte längst nicht mehr um sie, dafür war zu viel Zeit vergangen. An die Stelle der Trauer war im Laufe der Jahre etwas anderes getreten, eine tiefe, bedeutsame Verbindung, die durch die Erde hindurch zu reichen schien. Liebevoll betrachtete er den Grabstein, der, im Gegensatz zu den meisten anderen auf diesem Friedhof, nicht von Moos überwachsen war, denn er achtete penibel darauf, ihn von jedem Schmutz und Unkraut freizuhalten. Zugegeben, er putzte ihn nicht mehr ganz so oft wie früher, weil seine Knie ihn immer häufiger im Stich ließen, aber trotzdem hatte der graue Stein im Sonnenlicht noch immer einen außergewöhnlichen Glanz.

    »Ach, Dalia«, murmelte er manchmal, ließ den Namen über seine Zunge rinnen wie flüssige Schokolade und versuchte, sich ihr Gesicht ins Gedächtnis zu rufen. Er besaß kein einziges Foto von ihr, sie hatte sich eben nicht gern vor die Kamera gestellt, aber solange er sich noch an sie erinnerte, an ihre schmalen, burgunderroten Lippen, an ihre zarte Nase, an ihre tiefbraunen Augen mit den langen Wimpern und den glänzend geschminkten Lidern – solange er sie noch in seinem Gedächtnis trug, war alles gut.

  • Veröffentlichung in den BASEMENT TALES

    Veröffentlichung in den BASEMENT TALES

    Der Bildschirm flackert, verschwommen erscheinen die BASEMENT TALES. „Fantastik, Crime, Sci-Fi, Horror, new Beat-Generation, Groteske, Pop, Satire, Sick Shit. Ob linientreu oder wüstes Cross-over, alles ist erlaubt. Solang es nur ein wenig merkwürdig ist.“ (THE DANDY IS DEAD Publishing House)

    2019 habe ich diese phänomenale Heftreihe auf der Buch Berlin entdeckt und die herrlich bizarren, düsteren und blutigen Kurzgeschichten darin lieben gelernt. Seitdem habe ich mir immer wieder verträumt gedacht: „Hach, mal in den Basement Tales veröffentlicht werden, das wär’s!“

    Und das kleine Autorinnen-Träumchen ist nun wahr geworden: Meine Kurzgeschichte Hot Zombie Cosmonauts in your Area ist in den Basement Tales Vol. 10 erschienen! (also, schon im Dezember, aber ich bin wie immer mit allem spät dran *hust*)

    Hauptfigur ist GUARD04, die in einer mittlerweile fast verlassenen Forschungsstation arbeitet. Ihre einzige menschliche Gesellschaft ist ein Kosmonaut, der in einem blau erleuchteten gläsernen Käfig hockt …

    Anfang des Jahres bin ich in ein Raumfahrtgeschichte-Rabbit Hole gefallen, habe mich durch die politischen Hintergründe des Space Race gewühlt und durch einen Berg von Verschwörungstheorien. Besonders hängen geblieben bin ich bei Juri Gagarin, dem ersten Menschen im All, der nach seiner erfolgreichen Reise Propaganda-Held und Sexsymbol der Sowjetunion wurde und wenige Jahre später unter seltsamen Umständen starb.

    Und was macht man daraus? Genau, eine weirde Alternate History/Cosmic Horror-Geschichte! Viel Spaß beim Lesen, hehehe 🖤

    Die Basement Tales gibt es in den üblichen Buchshops oder direkt beim Verlag.


    Auszug:

    „Guten Abend, Genosse Major“, sagte GUARD04.
    Der Kosmonaut sah auf und lächelte. Breit. So breit, dass das Lächeln sich wie ein Schnitt an seinen Wangen bis zu seinem Haaransatz hinaufzog und die rohen Muskeln unter seinem Gesicht freilegte, die wie Kohlen glühten. Seine Augen schwollen an, bis sie sein halbes Gesicht einnahmen. GUARD04 wusste nicht, was schwerer zu ertragen war: das hier oder die Erinnerung an die drei anderen Subjekte, die von morgens bis abends tonlos gebrüllt hatten und mit Anlauf gegen die Glaswand gelaufen waren, als würden sie immer wieder aufs Neue vergessen, dass sie existierte. Das blaue Licht im Glaskasten wurde für einen Moment intensiver, und das blutige Lächeln verschwand. Jetzt sah der Kosmonaut fast wieder aus wie ein Mensch. Abgesehen von den riesigen Pupillen, die beinahe sein gesamtes Auge einnahmen und einen Sog zu entwickeln schienen, wenn GUARD04 zu lange hinsah.


  • Veröffentlichung im Horror-Magazin Zwielicht

    Veröffentlichung im Horror-Magazin Zwielicht

    Kurz vor Weihnachten ist meine Horror-Kurzgeschichte The Trains Have Eyes in der 21. Ausgabe des Zwielicht-Magazins erschienen!

    In einem viel zu schwülwarmen Sommer lag ich mit Migräne im Bett und halbschlafträumte so vor mich hin, unter anderem von einem verrosteten Güterwaggon mitten in einem Kornfeld, der mit etwas Furchtbarem gefüllt ist …

    Darauf stößt auch meine Protagonistin Jennifer, als sie zum ersten Mal das Heimatdorf ihrer Partnerin Alena besucht. Zuvor warnt Alena sie, dass ihre Eltern etwas merkwürdig seien. Aber das bezieht Jennifer nur darauf, dass die Eltern vielleicht ein bisschen konservativ sind und sich mit der lesbischen Beziehung ihrer Tochter schwertun. Und deshalb ignoriert sie die Warnsignale, bis die Sonne untergeht und es zu spät ist …

    Zwielicht 21 ist u.a. auf Amazon als Taschenbuch, Hardcover oder E-Book erhältlich.


    Auszug:

    Während ich mir nicht sicher war, ob ich die Stimmen nur geträumt hatte, träumte ich nun tatsächlich. Im Traum sah ich den verrosteten Güterwaggon auf dem Feld, zwischen Ähren, die sich im Wind wiegten. Erst kam es mir vor, als träumte ich nur diesen Nachmittag nach, aber etwas war anders. Eine Spannung wie vor einem Gewitter lag in der Luft, obwohl die Sonne unbarmherzig von einem wolkenlosen Himmel schien. Und ich war allein. Die Bäume der umliegenden Wälder rückten von mir ab, das Feld verzerrte sich in eine schier unendliche Weite.

    „Alena?“, rief ich.

    Der Ruf kam seltsam hohl aus meinem Mund und verhallte in einem flirrenden Nichts. Für einen Moment herrschte Stille, dann hörte ich es. Ein leises Klopfen drang aus dem Waggon, und als ich mich ihm näherte, hörte ich eine gedämpfte Stimme aus dem rostigen Metallbehälter. Alenas Stimme, schoss es mir durch den Kopf. Ich rannte los. Das Feld zog sich so endlos hin, dass der Waggon nur langsam näher kam, aber ihre Stimme wurde lauter. Sie war dort eingesperrt, im Dunkeln – Alena, die in fensterlosen Räumen immer Panik bekam!

  • Gedichtband-Veröffentlichung: wildwechsel ins nichts

    Gedichtband-Veröffentlichung: wildwechsel ins nichts

    Mein Gedichtband wildwechsel ins nichts ist erschienen! Er ist in zweierlei Hinsicht ein Debüt: Meine erste Gedichtveröffentlichung und meine erste Solo-Buchveröffentlichung überhaupt.

    In den Gedichten geht es um das unterschwellige Grauen, das im Ländlichen wohnt, sowohl in den Wäldern als auch zwischen den Menschen. Ein bisschen Horror, ein bisschen Sozialkritik, aber auch ein bisschen Trost und Ruhe an einem Ort abseits überfüllter Straßen, wo das Atmen endlich möglich ist.

    Bisher sind von mir ausschließlich Kurzgeschichten in Anthologien und Magazinen erschienen. Solange ich schreibe, schreibe ich aber neben Prosa auch Lyrik. Und weil die Veröffentlichungsmöglichkeiten für Gedichte begrenzter sind, haben sich im Laufe der Jahre so einige davon in meiner Schublade (in der virtuellen und der echten) angesammelt.

    Anfang des Jahres habe ich damit begonnen, mal all die Gedichte zu sortieren, die ich seit 2020 geschrieben habe. Und das waren eine ganze Menge, knapp 200 Stück. Ich habe gemerkt, dass viele der Texte sich thematisch ähneln: Es geht um die Abgründe abseits der Städte, um ländliche liminal spaces und um Isolation. Das ist kein Zufall: 2020 war nicht nur das erste Pandemie-Jahr, sondern auch ein Jahr, in dem sich meine Lebensumstände bedeutend geändert haben.

    Ich bin von meiner Berliner WG in einer kleinen Stadt in Brandenburg gezogen. Neuer Job, neue Umgebung – ich war in dieser Stadt noch nie zuvor gewesen und kannte dort niemanden. Dass der Beginn der Corona-Pandemie ausgerechnet mit diesem Umzug zusammenfiel, war reiner Zufall, verstärkte aber die Isolation, die ich an diesem Ort spürte. Andererseits eröffnete es mir auch ganz neue Möglichkeiten.

    »Wenn ich immer noch in Berlin wohnen würde, hätte ich jetzt bestimmt schon dreimal Corona gehabt«, witzelte ich mit Freund*innen und Verwandten über Zoom und Telefon. Das blieb mir erspart, denn statt mich zwischen Menschenmassen in die U-Bahn zu quetschen und mich in endlose Kassen-Schlangen einzureihen, bewegte ich mich auf leeren Bürgersteigen und durch spärlich besuchte Supermärkte.

    Weil ich nach Feierabend und am Wochenende nichts anderes tun konnte, begann ich, spazieren zu gehen. Und nach diesen Spaziergängen versuchte ich, die ganz besondere Atmosphäre, die mich dabei begleitet hat, mit Worten einzufangen. Denn es liegt etwas Ungreifbares und Surreales zwischen Waldwegen und Feldrändern, zwischen alten Kasernen und verfallenen Häusern, zwischen schillernden Seen und den sich leise bewegenden Schatten unter den Bäumen, die man lieber in Ruhe lassen sollte.

    ich ver-
    flüchtige mich
    an einem mittag
    im märz trat ich in
    den wald und nie wieder
    zurück.

    So beginnt das Gedicht zustandswechsel, als ein Ausdruck dessen, was ich im März 2020 empfunden habe: Der Wald hat mich verschluckt. Die Welt hat sich verändert und wird, aller Leugnungen und Verharmlosungen zum Trotz, nie mehr dieselbe sein. In diesem Sinne ist wildwechsel ins nichts nicht nur dörfliche Düsternis, sondern auch persönliche Pandemieverarbeitung.

    Aber zurück nach 2024: Weil viele meiner gesammelten Gedichte thematisch und stimmungsmäßig gut zusammenpassten, kam mir die Idee, einen Gedichtband zusammenzustellen. Erstaunlich schnell hatte ich eine Auswahl getroffen, die Gedichte zu Kapiteln gruppiert und eine erste Cover-Idee im Sinn.

    Eigentlich wollte ich nie unter die Selfpublisher*innen gehen, weil mir das alles zu kompliziert erschien. Aber hier war mir klar, dass dieses Projekt so nischig ist, dass eine Verlagssuche mühevoll sein würde. Außerdem hatte ich schon so genaue Vorstellungen, wie das Buch aussehen sollte, dass ich mir dachte: Dann kann ich es auch gleich selbst machen!

    Ich habe also mit sehr viel trial and error mein eigenes Cover gestaltet und mit der freien Software SPBuchsatz (große Empfehlung!) auch den Innenteil aufgehübscht. Dass ich mit diesem Projekt zum Distributor Books on Demand gehen würde, war mir relativ schnell klar, denn ich wollte vor allem ein hochwertiges Print-Buch (die Druckqualität von BoD ist in meinen Augen im Vergleich die beste) und meine persönlichen Daten schützen (BoD ist, soweit ich das überblicke, der einzige Distributor, der als Verlag auftritt und bei dem ich im Impressum nicht meine Adresse angeben muss).

    Und dann ist es nach den letzten Korrekturen erschienen! Es war ein tolles Gefühl, zum ersten Mal mein eigenes Buch in den Händen zu halten; ich musste es einfach immer wieder durchblättern.

    Das Buch ist für 8,99 Euro als Print oder für 2,99 Euro als E-Book erhältlich – über den Buchshop eurer Wahl oder direkt im BoD-Shop.

    Obwohl es eine Menge Arbeit war, hat mir am Ende auch das gefürchtete »Drumherum« Spaß gemacht. Man könnte sagen, ich habe Selfpublishing-Blut geleckt. Vielleicht kommt da ja demnächst noch mehr auf mich und euch zu.

  • Anthologie-Veröffentlichung: Psyche mit Zukunft

    Anthologie-Veröffentlichung: Psyche mit Zukunft

    Es ist soweit: Die Anthologie »Psyche mit Zukunft. Sieg über die Finsternis in mir«, herausgegeben von Jol Rosenberg, ist im Verlag ohneohren erschienen!

    Mental Health (bzw. Illness) trifft auf Science Fiction – diese Anthologie ist aus einer Ausschreibung entstanden, in der Texte darüber gesucht waren, wie psychisch erkrankte Menschen in einem SF-Setting ihren Alltag meistern. Dabei ging es vor allem um hoffnungsvolle Geschichten abseits von Klischees und Vorurteilen.

    Ich freue mich sehr, dass meine Kurzgeschichte »Marskinder« es in dieses tolle Buch geschafft hat. Darin geht es um Depressionen, eine liebevolle Geschwisterbeziehung und die ersten Menschen auf dem Mars, um Schwerelosigkeit und um den Wert der eigenen Erfolge, auch wenn sie im Vergleich zu denen anderer Menschen winzig erscheinen mögen.

    Ein Auszug:

    »Keine Simulation kann dich auf den Moment vorbereiten, an dem du die Erde nicht mehr siehst.«
    Die Stimme aus dem Fernseher klingt dumpf in meinen Ohren. Die Jalousien sind halb heruntergelassen, zwischen den Ritzen ein Rest von Tageslicht. Orangefarbene Streifen auf dem Parkettboden. Ich sehe ihnen beim Wandern zu. Bald wird es dunkel sein. Meine Schulter schmerzt, und meine Blase drückt. Mein Mund ist pelzig und mein T-Shirt durchgeschwitzt von der Wärme des Sommertags. Aber ich bewege mich nicht. Raumkapsel-Seitenlage. So funktioniert das doch. Auf meiner endlosen Reise, schwerelos. Nur mein Atemgeräusch im Zimmer. Mein Atemgeräusch und die dumpfen Stimmen aus dem Fernseher.
    »… überwältigender Anblick. Aber ich bin froh, dass ich nicht als Erste ausgestiegen bin. Dann hätte ich ja was Denkwürdiges sagen müssen. Und, um ehrlich zu sein, es hat mir in dem Moment völlig die Sprache verschlagen.«
    Blechernes Gelächter. Die Sendung ist aufgezeichnet. Wenn sie zu Ende ist, fängt sie wieder von vorn an.
    »Meine Schwester war auf dem Mars«, sage ich laut und lache heiser. Meine Stimme klingt rau. Ich benutze sie kaum noch. Es ist wie mit dem Rest meines Körpers: Manchmal fühlt es sich an, als verliere er im Liegen jegliche Existenz.

    Die Anthologie ist überall erhältlich, wo es Bücher gibt, oder über folgende Links direkt beim Verlag:
    Print
    E-Book

  • Nominierung für den Deutschen Science-Fiction-Preis

    Nominierung für den Deutschen Science-Fiction-Preis

    Noch eine tolle Neuigkeit für meine Kurzgeschichte »Grüne Herzen«, die letztes Jahr in der Queer*Welten 11 erschienen ist: Nachdem sie Anfang des Jahres schon für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert war, ist sie jetzt auch für den Deutschen Science-Fiction-Preis 2024 in der Kategorie »Beste deutschsprachige Kurzgeschichte« nominiert. Ich freue mich riesig darüber!

    Hier geht es zu allen Nominierungen für den DSFP 2024.

    Der Deutsche Science-Fiction-Preis wird seit 1985 jährlich vom Science Fiction Club Deutschland e.V. für den besten deutschsprachigen Roman und die beste deutschsprachige Kurzgeschichte des Vorjahres im Bereich Science Fiction vergeben.

  • Nominierung für den Kurd-Laßwitz-Preis 2023

    Nominierung für den Kurd-Laßwitz-Preis 2023

    Meine Kurzgeschichte »Grüne Herzen« aus der Queer*Welten Ausgabe 11 ist für den Kurd-Laßwitz-Preis in der Kategorie »Beste deutschsprachige SF-Erzählung mit Erstausgabe von 2023« nominiert! Ich freue mich riesig darüber!

    Hier geht es zu den Nominierungen in dieser Kategorie.

    Der Kurd-Laßwitz-Preis ist ein Science-Fiction-Preis im deutschsprachigen Raum, der seit 1980 in mehreren Kategorien vergeben wird. Mehr Informationen dazu auf der Website des KLP.

    Auf dem Blog sf-lit.de gibt es eine ausführliche Besprechung der nominierten Kurzgeschichten.

  • Jahresrückblick 2023

    Jahresrückblick 2023

    2023 war ein gutes Schreib-Jahr: Ich habe viel geschrieben, viel eingereicht, einen NaNoWriMo gewonnen – und zwei Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht.

    »Vakuumreflexionen« war die erste, erschienen im Mai 2023 in der Anthologie »Just Bunt. Worte über Queerness«, herausgegeben vom Autorenkollektiv Frei!Geist.

    Es geht um eine Frau, die in unserer Gesellschaft aufwächst, in der Liebe und Sex eine bedeutende Rolle spielen – zwei Dinge, mit denen sie nichts anfangen kann, denn sie ist aromantisch und asexuell. Eine Facette von Queerness, der selten mit offener Feindseligkeit, sondern häufig mit Unverständnis begegnet wird. In Gesprächen mit den Menschen in ihrem Umfeld, von Freund*innen bis hin zu medizinischem Personal, wird der Protagonistin immer wieder subtil suggeriert, dass etwas mit ihr nicht stimmt, dass es so etwas doch gar nicht geben kann, bis sie sich schließlich selbst beim körperlichen Unsichtbarwerden zusehen muss.

    Dieser Text ist sehr persönlich und enthält Situationen, die ich so oder so ähnlich selbst erlebt habe. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich ihn wirklich schreiben möchte, und dann, ob ich ihn wirklich einreichen möchte, aber am Ende bin ich doch froh, es getan zu haben. Wenn sich auch nur eine Person in diesem Text wiederfindet, oder wenn auch nur eine Person ihre eigenen Einstellungen und Ansichten aufgrund dieser Geschichte überdenkt, dann bin ich sehr glücklich.

    In »Grüne Herzen«, erschienen in der 11. Ausgabe des Magazins Queer*Welten, geht es ebenfalls um Aromantik, dieses Mal aber in einem Science Fiction-Setting, genauer gesagt: Solarpunk. Nach einer gerade rechtzeitig abgewendeten Klimakatastrophe lebt Marinescu allein in einem von Grünpflanzen überwucherten alten Schwimmbad und repariert kaputte Roboter, bis eines Tages ein Exemplar mit einem besonderen Reparaturwunsch auftaucht: Es ist nicht in der Lage, sich zu verlieben. Ob Marinescu auch das reparieren kann?

    In vielen Büchern und Filmen über künstliche Intelligenz spielt die romantische Liebe eine Rolle; oft ist sie das Bindeglied zwischen Mensch und Maschine. Erst die Fähigkeit zu lieben beweist die Menschlichkeit der Maschine – also ist Liebe das, was uns menschlich macht? Dieses Muster wollte ich aufbrechen, denn, Spoiler: Nein. Liebe ist nur ein Gefühl von vielen. Wer sich nicht verliebt, ist nicht automatisch herzlos, gefühlskalt oder auf irgendeine Weise weniger menschlich.

    Übrigens durfte ich diese Geschichte für den Podcast Literatunnat einlesen und danach noch ein wenig mit Moderatorin Yvonne Tunnat über den Text, die Queer*Welten und andere Dinge plaudern. Hier anhören.

  • Intro: Die gefürchtete leere Seite

    Intro: Die gefürchtete leere Seite

    Die Kälte kam schnell in diesem Jahr, draußen heult der Wind ums Haus und die Dunkelheit kriecht viel zu früh in die Mauerritzen hinein. Und ich sitze hier und versuche, einen ersten Beitrag für diese Website zu schreiben. Es ist ein bisschen wie eine einschüchternde erste Notizbuchseite, die mir viel zu grellweiß entgegenleuchtet. (Deshalb gibt es hier einen zart getönten Hintergrund, ich Fuchs.)

    Ziemlich lange habe ich nur in meinem stillen Kämmerlein vor mich hin geschrieben und gehofft, dass alles andere schon irgendwie von selbst passiert. Dabei hatte ich die bahnbrechende Erkenntnis: Die Welt wartet nicht auf meine Texte. Ich muss schon selbst rausgehen und sie den Leuten unter die Nase reiben. Na sowas.

    Dieses Jahr ist mir das tatsächlich sogar 2x gelungen: Zwei Kurzgeschichten von mir sind in einer Anthologie bzw. einem Magazin erschienen. Darüber freue ich mich unglaublich und werde in späteren Posts noch etwas zu den einzelnen Texten erzählen.

    Aber jetzt koche ich mir erst mal einen Tee, lege die Flauschsocken an und die Kekse zurecht. Die Kuscheldeckensaison hat begonnen.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner